Ärzteblatt rät Praxismitarbeitern zu Selbstverteidigungskursen

Gewalt gegen Rettungskräfte nimmt immer mehr zu. Nach der Bluttat in einer Offenburger Arztpraxis gab die Ärztekammer eine Resolution heraus, die bis auf einige Forderungen keine konkreten Handlungsanweisungen beinhaltet. Zudem ist sie an die falsche Adresse gerichtet, denn die Gewalttäter sind oft der deutschen Sprache nicht mächtig und grundsätzlich für solche Appelle nicht empfänglich.

Das Ärzteblatt empfiehlt in der Septemberausgabe Praxismitarbeitern und Medizinern klassische Tipps aus der Selbstverteidigung und rät zur Vorsorge:

„Verbale Gewalt, Androhungen von Handgreiflichkeiten, übergriffige Patienten. Dies sollte heute keinen Praxismitarbeiter mehr überraschen.“

So wohltuend einerseits dieses neue Realitätsbewusstsein auch wirken mag, warum sollen sich Mediziner und ihre Mitarbeiter mit dem Status Quo einfach so abfinden? Wird Selbstverteidigung demnächst Pflichtfach im Medizinstudium und Bestandteil der Ausbildung zum Rettungssanitäter? Muss man einen schwarzen Gürtel tragen, wenn man in einer Praxis arbeiten will?

Warum beschränkt sich die Ärzteschaft als politisch einflussreiche Lobby auf alberne Tipps, die auch Grundschullehrerinnen in Problembezirken schon seit Jahren an die Hand gegeben werden und keinerlei Wirkung erzielen?

„Fünf konkrete Tipps für den Hinterkopf, um im Fall der Fälle richtig zu handeln:

1. Gefahrenbewusstsein entwickeln
2. Schwachstellenanalyse der Praxis
3. Blick in die Patientenakte
4. Kommunikative Deeskalation
5. Flucht als geeignetes Mittel einplanen
6. Polizei alarmieren“

Offenbar hat niemand in der Redaktion des Ärzteblatts bemerkt, dass einige Mitarbeiter nur noch bis fünf zählen können.

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