Kaum Kritik: Beim Evangelischen Kirchentag muss die AfD draußen bleiben

Kirchentagspräsident Hans Leyendecker hat die Entscheidung verteidigt, keine AfD-Vertreter zur aktiven Teilnahme am Kirchentag in Dortmund zuzulassen.

Die Neue Westfälische schreibt dazu: Mit ihrer Entscheidung, den Rechtspopulisten von der AfD auf dem Kirchentag 2019 in Dortmund keine Plattform zur aktiven Teilnahme bieten zu wollen, hat die Evangelische Kirche von Westfalen Haltung bewiesen. Wie ernst es dem Veranstalter damit ist, dokumentiert der Auftritt von Hans Leyendecker in Bielefeld. „Wir laden keine Hetzer und Rassisten ein“, sagte der Journalist und Kirchentagspräsident zuletzt.

Das Westfalen-Blatt übt verhaltene Kritik an dem Schritt: Das ist ein Fehler. Denn seit 2017 ist die AfD leider auch zur größten Oppositionspartei im Bundestag aufgestiegen und mittlerweile in allen Länderparlamenten vertreten. Wohl auch, weil sie sich wegen Ausschlüssen nach Art des Kirchentages bequem auf die Opferrolle zurückziehen konnte. Eine solche populistische Bewegung, die Abbild gesellschaftlicher Befindlichkeit ist, darf man nicht ignorieren. Man muss sie stellen, ihre platte Polemik entlarven. Das kostet Kraft und Nerven. Ist aber notwendig. Die Ankündigung, zumindest AfD-Sympathisanten zum Kirchentag einzuladen, ist dagegen ein halbgarer Kompromiss.

Im Oktober hatte der Bischof für den Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald), den Beschluss des Deutschen Evangelischen Kirchentages kritisiert, berichtete idea.