Deutschlands nächstes Billionengrab frohlockt

Veröffentlicht von

Es ist immer wieder einen besonderen Blick wert. Das größte außerbilanzielle Loch der Bundesrepublik Deutschland. Es wird derzeit von der Deutschen Bundesbank gehegt und gepflegt und so gut es geht kleingeredet. Eingedenk der Größe wird das immer schwieriger und Dank der außerordentlich guten Fürsorge kann es weiter wachsen und gedeihen. Somit besteht die Möglichkeit, dass es in Kürze die Billionengrenze überschreitet und uns eines Tages mit seiner ganzen Pracht übermannt. An dem Tag, an dem man uns kleinlaut eröffnen wird, dass das Geld jetzt endgültig futsch (uneinbringlich) ist und wir das Loch intern mit Steuergeldern stopfen dürfen.

Die bundesrepublikanische Staatsverschuldung liegt derzeit bei rund 2 Billionen Euro. Um die so massiv und wunderschön aufzubauen, haben wir seit 1949 nahezu 70 Jahre hart arbeiten müssen. Wenn man dies in Relation setzt, zu dem drohenden Target 2 Loch (956.​487.​581.​134,14 Euro per 30.9.2018 … man beachte die 14 Cent am Ende), welches sich binnen 10 Jahren zur Billionengröße aufschwingen konnte, kann man sich ausmalen, welche Überraschung uns erwartet, wenn uns der Ausfall des Betrages seitens der Bundesbank verkündet wird.

Vom Durchlaufposten zum Dauerkredit

Die Bundesbank ist bemüht, dieses “prospektive Loch” zu jederzeit als Marginalie darzustellen. Das gelingt nur schwerlich, wenn man weiß, wie das Instrument “Target 2” ursächlich angelegt war. Da ging es darum, am Monatsende untereinander die sich ergebenden Zahlungsbilanzsalden auszugleichen. Seit der Finanzkrise gelingt dies auf der Ebene nicht mehr. Seither ist nur noch ein Anschwellen der unausgeglichenen Salden zu beobachten. Mithin manifestiert sich die Position zum Dauerkredit. Deutschland ist in dem Spiel der mächtigste Gläubigerstaat mit einer Forderung von besagter Billion Euro. Die Märkte, sowohl die virtuellen als auch die realen, funktionieren um einiges anders. Sie sind direkter, schonungslos, ja geradezu brutal.

Warum Target 2 keine Thema sein soll

Dagegen ist Target 2 inzwischen eher zu einem großen Politikum avanciert, eines, welches man lieber ausblendet. Immerhin schadet die Diskussion darum dem Euro sehr. Offenbart die Debatte doch die althergebrachten Schwächen der nationalen Volkswirtschaften. Die können unter einer Währung (Euro) tatsächlich nur durch Transfer ausgeglichen werden, soweit die Leistungsfähigkeit der bezogenen Volkswirtschaften sich nicht angleichen. Genau diese notwendige Angleichung ist die Utopie, die es jetzt zu bezahlen gilt.

Wichtig dabei ist, dass wir nicht gar so viel darüber reden und es auch nicht so ernst nehmen (sollen). Denn sonst müsste man direkt ins grübeln kommen. Dann drängte sich der Verdacht auf, dass diese Einrichtung, namens “Target 2” inzwischen schon zu einem realen politischen Instrument innerhalb der EU und zum Schutz einer Fehlkonstruktion namens Euro geworden ist. Somit wird verständlicher, dass es irgendwo hinreichend Gründe gibt, hier keinen Druck auszuüben. Jede brachiale Anstrengung den Ausgleich dieser Salden erzwingen zu wollen, brächte den Euro seinem Untergang einen großen Schritt näher.

Es gibt sie noch immer, die Kritiker

Immerhin gibt es in diesem Zusammenhang noch immer ernstzunehmende Stimmen, die Deutschland kurz vor der Bewusstlosigkeit sehen sehen. „Die Target-Salden machen Deutschland handlungsunfähig“. Solche Kritiken sind zwar richtig und berechtigt, aber EU-systembedingt nicht gewollt. Sie stören das schöne Bild vom Euro. Von der Eintracht in Frieden unter einem Währungsdach, obwohl die beteiligten Volkswirtschaften so unterschiedliche Leistungsfähigkeiten vorzuweisen haben, dass sie unter einem Währungsdach rein gar nichts zu suchen hätten. Und so lassen wir Target 2 weiter fröhlich anwachsen, politisch motiviert, bis die Schwarte kracht. Da können alle Beschwichtigungsversuche der Deutschen Bundesbank noch so smart daherkommen, die Bombe tickt und niemand weiß genau man es kracht, nur dass es krachen wird.

2 Kommentare

  1. ZEW-Konjunkturerwartungen sinken auf Tiefpunkt

    Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren haben sich im Oktober erheblich verschlechtert: Der entsprechende Index sank von -10,6 Zählern im September auf nun -24,7 Punkte. Das teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mit.

    – Jagd auf Dieselautos geht weiter – nun ist Opel dran
    – Das Ende des Ehegattensplittings: Eine Entscheidung gegen die Familie
    – „Kampf gegen rechts, als Ablenkung von den tieferliegenden Problemen“
    https://tagebuch-ht.weebly.com/n.html

  2. Mit dem Verkünden wird man sich noch Zeit lassen. Italien sorgt dafür, dass das Target2-Loch wächst, Spanien ebenfalls und Frankreich. Das Finanzgebaren des Merkel-Regimes ist das unsolideste und im Grunde kriminellste, was eine Regierung bisher abgeliefert hat.

Kommentare sind geschlossen.