Im März 2019 werden es drei Jahre, in dem der Leitzins der EZB bei exakt 0,00 Prozent verharrt. Das bedeutet konkret eine Geldvernichtung, denn nicht einmal die Inflation kann damit kompensiert werden. Exakt diese Entwicklung dürfte ursächliche für den anhaltenden Run auf die Börsen gewesen sein, den man verstärkt ab dem Jahr 2016 beobachten konnte. Allerdings ist auch dieser Hype inzwischen wieder unter die Räder gekommen. Zu luftig waren die Höhen, in die die Indizes in der Zeit vorstießen. So ist der Dax inzwischen annähernd wieder auf dem Niveau gelandet, von dem aus er im Jahre 2016 die Rallye begann.

Parallel zu dieser unfreundlichen Entwicklung für Investoren, ist der Ruf der EZB über die Jahre bereits recht angeschlagen, wenn auch noch nicht ramponiert. Das hängt damit zusammen, dass insbesondere die deutsche Bundesbank den Kurs der EZB stets kritisierte. Die Bundesbank hingegen gilt als legendär in Sachen Stabilitätspolitik. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als die DM verabschiedet wurde und mit dem Euro die Abhängigkeit von der EZB begann. Das fand in der Klage einiger deutscher Staatsrechtler seinen Niederschlag. Börsen-Zeitung: Persilschein für die EZB. Der EuGH wollte erwartungsgemäß, trotz aller objektiver Argumentation, hier keine Rechts- und Vertragsverstöße erkennen. Es ist allerdings nicht da erste Mal, das höchstrichterliche Entscheidungen der Neuzeit eine politische Färbung bekommen.

Ratlosigkeit ist keine Anlagestrategie

Dessen ungeachtet hangeln sich Anleger und Investoren seit gut einem Jahr von einem Geldschauplatz zum nächsten. Es will einfach keine Ruhe einkehren für das scheue Reh namens Kapital. Denn seit gut einem Jahr schwächelt auch die Börse wieder beträchtlich. Verluste sind dort im Moment wahrscheinlicher als Gewinne. So macht sich eine gewisse Ratlosigkeit unter den Besitzern größerer und kleinerer Geldmengen breit. Vor allem, wo man seine Kröten denn heute noch gefahrlos hart arbeiten lassen kann, ohne diese einer Todesgefahr durch Inflation oder Kursverfall auszusetzen.

Wenn also nirgendwo auskömmliche Zinsen geboten werden, hangelt man sich halt von Tag zu Tag. Deshalb spricht man in diesem Zusammenhang gerne von „Tagesgeldzinsen“. Das was es ergänzend dazu zu wissen gibt, ist hier aufrufbar. Reichtümer erwarten dort niemanden, eher nur das Überdauern unsicherer Tage auf geringstem Level. Bis sich irgendwo wieder fettere Weidegründe für das scheue Kapital auftun. Die einzige Sorge, die Anleger derweil umtreibt, ist, dass es doch auf dem Weg dorthin nicht gänzlich verhungern möge.

Anlageperspektiven im Dauernebel

Angesichts der aktuellen Situation Perspektiven aufzeichnen zu wollen, ist im wahrsten Sinne des Wortes aussichtslos. Es gleicht dem Versuch, im dicken Nebel an einer Wegkreuzung stehend, den richtigen Weg noch in einigen Kilometern Entfernung erkennen zu wollen. Ohne Beschilderung oder Vorerfahrung könnte es durchaus in einer Sackgasse oder gar in einem Abgrund enden. Ähnlich ratlos wirken die Märkte. Nur eines ist gewiss, die unstreitig bestehenden Finanz-Blasen lassen sich nur über begrenzte Zeit am Investoren-Himmel so schön zur Schau stellen. Platzt erst einmal eine, solidarisieren sich viele und es wird ein illustres Feuerwerk werden.

Wer weitere Belege für die totale Uneinigkeit in der Szene braucht, der mag hier einmal reinschnuppern: Wenn die Gurus schweigen – Wie sich politisch Korrekte an der Börse selbst schaden. Aktuell tragende Tendenzen ausmachen zu wollen, ist nichts anderes als im Nebel herumzustochern. Alle religionsähnlichen Ansätze aus den Bereichen VWL und BWL vermögen hier keine echte Erlösung zu bieten. Eines ist allen Unken der Szene klar. Das reinigende Gewitter wird kommen … nur niemand kennt den genauen Zeitpunkt. Exakt das fuchst die Akteuere übergebührlich.