Dr. Malte Kaufmann im Interview über Facebook-Denunzianten und die AfD auf dem Weg zur Volkspartei

Am vergangenen Wochenende hatte ich Gelegenheit mit Dr. Malte Kaufmann von der AfD Heidelberg zu sprechen. Der Politiker nahm erneut an einer patriotischen Versammlung in Kandel teil und war dieses Mal in Begleitung der Ehefrau mit den beiden Töchtern da.

Dr. Malte Kaufmann / AfD Heidelberg / Foto: O24

Aktuell läuft wieder einmal eine Kampagne gegen den AfD-Politiker über eine sogenannte Watch-Grupppe auf Facebook. Auf Druck von Linksextremen sei eine Einladung als Keynote-Speaker auf der Internationalen Konferenz BASIQ 2018 Heidelberg vom 11.bis 13.06. an der Uni Heidelberg zurückgenommen werden.

In der Facebook-Gruppe „AfD Watch Heidelberg“ und diversen Blogs wird dies anders dargestellt:

„Am 2. April entdeckten wir auf der Internetseite Malte Kaufmanns eine Terminankündigung. Er würde als „Keynote Speaker“ bei einer Konferenz an der Universität Heidelberg auftreten, schrieb Dr. Malte … Das verwunderte uns zwar einerseits, denn wir fanden es eine Dreistigkeit etwas zu behaupten, was so leicht zu widerlegen war “ 

Im Text wird der Eindruck erweckt, Kaufmann habe sich nur als eingeladener Sprecher ausgegeben, er stünde gar nicht auf der Liste. Dem widerspricht Kaufmann und legt der Redaktion den gesamten Schriftwechsel zu seiner Einladung durch die Organisatorin Prof. Marieta Olaru vor, bei der er auch seinen Doktor gemacht hat. Darin bedankt sich Olaru für seine Zusage seines Mitwirkens als Keynote-Speaker. Rund zwei Wochen nach dieser Vereinbarung teilte ihm die Professorin dann mit, dass er aufgrund seiner politischen „Initiative“ nicht als Keynote-Speaker auftreten könne. Auf „AfD-Watch Heidelberg“ wird dieser Triumph ausgekostet und seine Gegendarstellung als falsch zurückgewiesen. Sodann wird ihm auch noch mit einer Unterlassungserklärung seitens der Uni gedroht, wenn er auf Facebook weiter behaupte, dass er auf Druck von Denunzianten weder auf der Konferenz auftreten, noch an ihr teilnehmen könne. Zur Frage, ob ihm eine solche Erklärung zugestellt worden sei, antwortet Kaufmann mit Nein.

Kaufmann berichtet von vielen weiteren Attacken, die er seit seinem Wechsel von der CDU zur AfD erleben und hinnehmen musste. So berichte auch die lokale Presse nur unzureichend über die AfD. „Wir kommen praktisch nur dann vor, wenn es Proteste gegen die AfD gibt. Über ganz normale Vorgänge, beispielsweise, dass ich zum Sprecher der AfD gewählt wurde, wird nie etwas geschrieben.“

Ein anderes Mal hätten die anonymen Mitglieder der „Watch-Gruppe“ über Google Earth einen Screenshot seines Privathauses angefertigt. Darauf seien die Solarpanels auf dem Dach zu sehen, weshalb man ihn dann als Heuchler dargestellt  habe, da er die grüne Energiepolitik ablehne. Nachts klingele manchmal das Telefon, wenn beim Abheben noch jemand in der Leitung sei, würden Drohungen und Beleidigungen ausgesprochen. In einem Artikel der „Huffington-Post“ habe man seinen Post über den Ramadan-Kalender thematisiert und dort gezielt nur die Kommentare auf seiner Facebook-Seite wiedergegeben, um den gewünschten Eindruck zu erzielen, die AfD bestünde ausschließlich aus Hetzern und Ausländerfeinden.

Zu den viel diskutierten AfD-Politikern Höcke und Poggenburg sagt Kaufmann, es sei wichtig, dass sich die AfD nicht auseinander dividieren lasse. Gegner würden sich mit Vorliebe auf Aussagen stürzen, die oft aus dem Zusammenhang gerissen seien. Zum Beispiel hätten schon andere Politiker in der Vergangenheit das Wort „Jagen“ gebraucht, bei Herrn Gauland sei dies aber plötzlich skandalisiert worden.: „Björn Höcke kann auch ganz anders auftreten, ich fand gut, dass er sich für diese Rede entschuldigt hat. Und Herr Poggenburg hat für sich selbst Konsequenzen gezogen und ist zunächst einmal in die zweite Reihe der Partei zurückgetreten. Diese Reaktion ist richtig und verdient Respekt.“

Wie geht es weiter für die AfD?

Wir sind dabei, uns als Volkspartei zu etablieren. Die AfD ist jetzt im Bundestag und in 14 Länderparlamenten vertreten. Dieses Jahr kommen Bayern und Hessen dazu, und nächstes Jahr wollen wir mit einem starken Ergebnis ins Europaparlament, wo wir zur Zeit nur einen Sitz haben. Allerorten wächst die Zahl der Mitglieder, und wir fassen immer mehr Fuß auch in der Mitte der Gesellschaft, trotz aller Anfeindungen, Beschimpfungen, Diffamierungen und Ausgrenzungen. Das stimmt mich sehr positiv.

Ist die Causa „Frauke Petry“ für Sie noch von Bedeutung?

Frau Petry wird mit ihrer „Blauen Wende“ genauso wenig Erfolg haben wie Bernd Lucke mit „LKR“, da bin ich mir sicher. Die AfD ist die Partei, die die Lücke gefüllt hat, die in Deutschland für eine bürgerlich-konservative und patriotische Partei entstanden ist.

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5 Kommentare

  1. Ich würde mir wünschen, dass die Vorkämpfer der alten Bundesländer auch mindestens 20-25% AFD Stimmanteil erarbeiten würden (theoritisch sogar mehr, weil sie wissen wie es geht und sich dauerhaft in Kritik üben).

    Warum schaffen die das nicht? Sind die Wessis klüger oder dümmer als die Ossis? Es lässt sich ja nicht mit Mentalität entschuldigen, dass man sich nicht gegen Islamisierung und zunehmende Gewalt wehrt. Insbesondere dann nicht, wenn man es massiv vor Augen hat.
    Ich bin gebildet und sensibel, darum setze ich mich und meine Familie einer zunehmenden Gefahr aus und wähle weiter so? (Meine Antwort wäre: Ja mach du Dummkopf, Grabsteine sind dezeit billig.)

    PS
    Und wer meint, dass die meisten Stimmen aus dem Westen kämen (der Osten verzichtbar wäre), weil dort mehr Menschen leben und im Westen 12% mehr (absolut) als im Osten 25% sind der unterschlägt, dass auch die meisten (absolute Zahlen) „Weiter so Stimmen“ aus dem Westen kommen.

    Ergo muss sich der Westen gewaltig strecken. Ein Anfang wäre, die Schuld bei sich selber zu suchen und nicht immer mit dem Finger auf Andere zu zeigen. Es ist doch völlig unsinning, dass der Niedersaxe die AFD nicht wählt weil Höcke geduktust hat, es den Thüringer (unmittelbar betroffenen), Sachsen, Sachsen Anhalter, etc. aber nicht im Geringsten stört.

  2. PS

    Für mich ist das eine Frage der Verhältnismäßigkeiten.
    Es muss niemandem gefallen was Höcke und Co sagen (einfach nicht hinhören). Es ist aber irrwitzig daraus ein größeres Problem (Gefahr) zu basteln, als das was wir tatsächlich haben. Offensichtlich liegen hier in großen Teilen der Bevölkerung Wahrnehmungsstörungen (oder völlige Gleichgültigkeit) vor. Sich abends nicht mehr vor die Tür trauen, aber noch viel mehr Angst vor „Nazisprech“ zu haben ist pathologisch!

    Nun kann man auf 2 Arten an den Patienten ran gehen. Entweder man geht ganz behutsam auf ihn zu und versucht ihm in Dauerschleife zu erklären, dass es wirklich nur ganz wenige weiße Mäuse gibt. Als Beweis jagt und fängt man diese vor seinen Augen (man ist ja selber ein wenig irre und darf sich mit den Bekloppten auch ein wenig identifizieren).
    Oder man nimmt den Kuckucksnestbewohnern ihre bunten Pillen weg und sagt denen brutal, dass die Klinik lichterloh brennt (was ja auch stimmt).

    Ich persönlich würde die letzte Variante wählen. Selbst wenn die sensible Gruppentherapie funktionieren sollte, wäre die Klinik vorher abgebrannt. Patient psychisch geheilt, kam aber aus dem brennenden Haus nicht mehr rechtzeitig raus. Akte geschlossen!

    1. Dem „Westen“ geht es zu gut, man hat noch ein hohes Sicherheitsgefühl der letzten Jahrzente, und hat selbst genug andere Dinge, worum man sich lieber kümmert. Also kann man wohl sagen, die westlichen Deutschen sind mehr abgelenkt und schlecht informiert, was Hintergrundinformationen betrifft.
      Aber woher auch, weiter als die ÖR kommt man normal nicht, wenn man nicht anfängt, gezielt nach Dingen zu suchen. Sozusagen, man wird/wurde im Westen beruhigt und für dumm verkauft. Und, man weiß auch genauso, das vieles nicht stimmt, aber man im Prinzip wenig gegen diese Geier in ihren goldenen Käfigen machen kann, als ein Kreuzchen abgeben.

      1. Soooo isset!

        Und nun kommen die ganzen Schlaumeier und meinen, dass man das Volk ganz vorsichtig und demokratisch wecken könnte. Nur nicht zu laut trommeln, sonst könnte sich eine Schlafender in seiner Ruhe gestört fühlen und am Wahltag doch wieder für Panflötenmusik stimmen.

        Das wird nicht funktionieren, denn richtig…..sie alle meinen, dass es ihnen ja eigentlich ganz gut geht. Wie sollen sie es auch begreifen, wenn man es ihnen nicht laut und deutlich sagt. Außer der AFD, kann es keiner flächendeckend tun. Darum müssen die verbal gewaltig aufrüsten. Das kann man auch ohne „Eseltreiber“ und co..

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