Euro rauscht in den Keller – hat Italien die Finanzkrise 2.0 bereits ausgelöst?

Die Renditen für italienische Staatsanleihen steigen und steigen, während der Euro in den Keller rauscht. Aktuell ist er unter 1,26 US-Dollar gefallen. Bahnt sich bereits ein Staatsbankrott an? Für Nettozahler Deutschland wäre das ein Alptraum. Allerdings hat Italien in den letzten 150 Jahren noch nie eine Pleite hingelegt, Deutschland gleich mehrmals.

Bleibt Italien auf EU-Kurs, wie es Staatspräsident Mattarella mit der Einsetzung des Bankers Cottarelli als Regierungschef durchsetzen will, dürfte sich die Unruhe an den Märkten wieder legen. Aber danach sieht es nicht aus.

LEGA und Movimento haben für das Wochenende zu Großdemonstrationen aufgerufen und bezichtigen Mattarella des Hochverrats. Die Sozialisten dagegen stehen auf der Seite des Staatspräsidenten und wollen ebenso Großkundgebungen abhalten. Im Parlament haben LEGA und Movimento die Mehrheit, was bedeutet, dass Cottarelli keine Chance auf den Regierungsauftrag hat. Wie verfassungsgemäß unter diesem Aspekt der Schachzug von Mattarella war, kann durch ein Amtsenthebungsverfahren geklärt werden. Dieses aber ist langwierig und den Italienern läuft die Zeit davon. Die Zeitungen in Italien schreiben bereits den Bürgerkrieg herbei und schieben Movimento und LEGA dabei den schwarzen Peter zu. Sollte es, was nicht zu erwarten ist, durch Panikreaktionen an den Börsen zu einer Staatspleite Italiens kommen, stehen mit den beiden politischen Lagern die Schuldigen bereits fest.

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