Faustdicke Überraschung: Erwerbslose rutschen immer häufiger in Armut ab

Unbekannter-Obdachloser – foto: freie-presse.net

Arbeitslose in Deutschland drohen nach einem Bericht der „Saarbrücker Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe) immer häufiger in Armut abzurutschen. Im vergangenen Jahr galten bereits weit über zwei Drittel aller Erwerbslosen als armutsgefährdet. Damit hat sich dieser Anteil gegenüber dem Jahr 2000 fast verdoppelt, schreibt das Blatt unter Berufung auf aktuelle Daten des Europäischen Statistikamtes Eurostat, die die Sozialpolitikerin der Linken, Sabine Zimmermann, angefordert hatte.

70,5 Prozent der Arbeitslosen waren 2017 demnach von Armut bedroht. Im Jahr 2000 lag die Quote noch bei 37 Prozent. In keinem anderen Land der EU ist dieser Anteil aktuell so hoch wie in Deutschland. Der EU- Durchschnitt liegt bei 48 Prozent.

Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung im jeweiligen Mitgliedsstaat zur Verfügung hat. In Deutschland lag dieser Schwellenwert für einen Alleinstehenden 2017 bei 1096 Euro im Monat. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren im Oktober 66,3 Prozent aller Arbeitslosen in Deutschland auf Hartz IV angewiesen. Nur ein Drittel (33,7 Prozent) bezog das beitragsfinanzierte Arbeitslosengeld I.

„Statt Hartz IV braucht es eine sanktionsfreie Mindestsicherung, die wirklich vor Armut schützt und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht“, erklärte Zimmermann. Zugleich müsse die Arbeitslosenversicherung wieder zum Hauptinstrument der sozialen Sicherung bei Erwerbslosigkeit werden, so die Linken-Politikerin.

1 KOMMENTAR

  1. Die Regierungen werden von den Konzern-Lobbyisten getrieben und erhöhen die Arbeitskosten, was zu Entlassungen führt und die Sozialkosten erhöht.

    GEHT ES NOCH DÜMMER ???

    Zitiert aus dzig.de/Manfred_Julius_Mueller_und_die_Umsatzsteuer-Demagogen

    Sein Klartext ist erfrischend: Manfred Julius Müller nimmt die Populisten und Demagogen aufs Korn, die sich an der Mehrwertsteuererhöhung hochgezogen haben. Seit Jahrzehnten schreibt er: „Verschwiegen wurde bei der demagogischen Hetze, dass der Staat schließlich irgendwie
    finanziert werden muss – irgendwoher muss das Geld kommen. Und wenn man alle möglichen Einnahmequellen objektiv betrachtet, dann ist, trotz aller gegenteiligen Beteuerungen, die Mehrwertsteuer immer noch am sozialsten und auch für die Volkswirtschaft am günstigsten.

    Im März 2007 triumphierte er: „Alles lief noch besser als erwartet, nachdem die neue Regierungskoalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel sich Ende 2005 auf eine 3%ige Mehrwertsteueranhebung zum 1.1. 2007 einigte (bei gleichzeitiger Absenkung der Beiträge zur
    Arbeitslosenversicherung).

    Die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten: Unternehmer und Investoren haben schnell begriffen, dass allein durch diese kleine Umfinanzierung des Sozialsystems sich die deutschen Lohnkosten gegenüber dem Ausland um 4 % verbilligen und dass wegen der angehobenen
    Mehrwertsteuer (Zolleffekt) sich Betriebsverlagerungen ins Ausland damit weniger lohnen.

    Die Zahl der Arbeitslosen ist infolgedessen um 800.000 zurückgegangen, das Wirtschaftswachstum auf über 2,5 % gestiegen und sogar die Neuverschuldung des Staates konnte deutlich gesenkt werden.

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