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Die Regierungskoalition hat verdächtig lange gehalten, nun aber ist sie Geschichte. Die Mehrheitsbeschaffer von rechts haben die Regierung verlassen, nun muss Alexis Tsipras,  der „Hoffnungsträger“ der europäischen Linken die Vertrauensfrage stellen. Es sieht nicht danach aus, dass er im Amt bleibt.

Gegen den kürzlichen Besuch der „Bundeskanzlerin“ demonstrierten vor allem zahlreiche Linke. Die Polizei setzte Tränengas ein. Damit dürfte Tsipras endgültig klar geworden sein, dass die Unterstützung an der Basis bröckelt.

Der einzige Ausweg aus der politischen Krise wären Neuwahlen, zu denen es höchstwahrscheinlich kommt. Nicht wenige enttäuschte Linkswähler könnten wieder zu den Konservativen abwandern. Auch die Asylkrise und die Spannungen mit der Türkei, bei denen Erdogan mehrfach unverhohlen mit einer Besetzung der strittigen griechischen Inseln drohte, sind eher Themen, bei denen die Wähler der Linken misstrauen.

Was der Regierungskrach für die EU und den Euro bedeutet, ist noch nicht ganz abzuschätzen – auf jeden Fall werden die Probleme nicht weniger. Falls eine der politischen Kräfte auf den Grexit spekuliert und damit eine Mehrheit für sich gewinnt, könnte das dem Euro endlich den Todesstoß versetzen, den er seit langem verdient.