Großer Medienrummel um den Volkslehrer: Wie das System seine Gegner füttert

Berlin: Der als „Volkslehrer“ bekannt gewordene Nikolai Nerling hat vor dem Arbeitsgericht für einen wahren Medienrummel gesorgt. Die Güteverhandlung am Montag war bereits nach zwanzig Minuten beendet, der Kammertermin ist nun für den 16. Januar 2019 angesetzt.

Vorgeworfen wurde ihm, er habe volksverhetzende Videos auf Youtube veröffentlicht, weshalb die fristlose Kündigung ausgesprochen wurde. Nerling bestreitet dies, seine Aufklärungsarbeit stehe auf dem Boden des Grundgesetzes, betont er.

Bevor die Medien auf den Fall aufmerksam wurden, war der Youtube-Kanal des Lehrers allerdings nur wenigen bekannt. In mehreren Videos machte sich Nerling über diese kostenlose Werbung lustig. Kaum ein Beitrag bleibt jetzt unter der 20.000er-Marke.

Nicht nur seine Fans, auch die Medien bleiben ihm treu. So schreibt die TAZ, er werde gefeiert wie ein Popstar, seine „Follower*innenzahl“ sei seit Bekanntwerden seiner Kündigung von etwa 2.500 auf knapp 35.000 angewachsen, woran die TAZ ihren Anteil hatte. Die WELT nennt ihn einen „extremistischen Grundschullehrer“, die Berliner MoPo kommt ein wenig sachlicher daher. So sehr sich auch die Empörungsjournalisten bemühen, Nerling als die neue Gefahr darzustellen, eine gewisse Faszination für den redegewandten Lehrer, der sich dem Diktat der Political Correctness verweigert, schimmert in nahezu allen Artikeln durch. Es scheint, als bräuchte man diesen selbst (mit-) erschaffenen geliebten Feind als neues Versuchskaninchen und betrachtet seine Demontage als besondere Herausforderung. Messerstecher kann man nicht schönschreiben, die mediale Hinrichtung von Sympathieträgern hat dagegen schon immer funktioniert.

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