Großrazzia bei mutmaßlichen Mitgliedern des “Schwarzen Blocks”

Die Soko “Schwarzer Block” führte heute in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen Durchsuchungsmaßnahmen durch. Mit Unterstützung durch die jeweiligen Landespolizeien wurden insgesamt neun Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt.

Die Maßnahmen richteten sich gegen neun Personen im Alter von 18 bis 54 Jahren, denen die Begehung von Straftaten im Zusammenhang mit den Ausschreitungen auf der sogenannten “Welcome to hell”-Demonstration am 06.06.2017 und im Schanzenviertel am Abend des 07.07.2017 vorgeworfen wird.

Bei den vorgeworfenen Straftaten handelt es sich um schwere Landfriedensbrüche (§ 125 a StGB), Widerstandsdelikte gegen Vollstreckungsbeamte (§ 113 StGB), tätliche Angriffe auf Vollstreckungsbeamte (§ 114 StGB) und Körperverletzungsdelikte (§§ 223, 224 StGB). Dahinter stehen Tathandlungen wie der Bewurf von Polizeikräften mit Glasflaschen und Steinen, Plünderungen eines Supermarktes und das Errichten und Inbrandsetzen von Barrikaden.

Die betroffenen Tatverdächtigen konnten durch intensive Ermittlungen, die umfangreiche Auswertung des Bild- und Videomaterials, die polizeiinterne Fahndung und die Öffentlichkeitsfahndungen namhaft gemacht werden.

Die heutigen Durchsuchungsmaßnahmen führten zum Auffinden umfangreichen Beweismaterials.

In der Wohnung eines 31-jährigen Deutschen aus Hamburg-Rahlstedt fanden die Beamten als Zufallsfunde etwa 1 Kilogramm mutmaßliches Marihuana sowie eine in einem Faltschrank betriebene Plantage mit abgeernteten Marihuanapflanzen. Das Rauschgiftdezernat (LKA 68) übernahm hierzu die weitere Sachbearbeitung.

Bei der Durchsuchung der Wohnung eines 25-jährigen Deutschen aus Hamburg-Sasel fanden die Beamten als Zufallsfund etwa 20.000 Euro Bargeld, dessen Herkunft nicht eindeutig geklärt werden konnte und das daraufhin sichergestellt wurde.

Bei einem 30-jährigen Deutschen aus Harmstorf fanden die Beamten als Zufallsfunde unter anderem einen Pflanztisch mit 29 abgeernteten Marihuanapflanzen und eine Schreckschusssignalwaffe mit Munition. Durch die zuständige Landespolizei wurde die weitere Sachbearbeitung übernommen.

Die Auswertung der sichergestellten Gegenstände und die weiteren Ermittlungen dauern an.