Die Kinderhilfsorganisation Plan International zeigt sich entsetzt über eine bei Facebook öffentlich gewordene Hochzeit eines 15 Jahre alten Mädchens mit einem 70 Jahre alten Mann in Nigeria. Wie nigerianische Medien berichteten, postete ein Hochzeitsgast vergangene Woche ein Foto des Brautpaares in dem sozialen Netzwerk. Es zeigt ein junges Mädchen, das zu Boden sieht, während ihr mutmaßlicher Ehemann neben ihr in die Kamera lächelt. Die Heirat soll laut Medienberichten im Bundesstaat „Niger State“ im Westen Nigerias stattgefunden haben.

„Frühverheiratung hat verheerende Auswirkungen auf das Leben eines Kindes – insbesondere für Mädchen. Es raubt ihnen nicht nur ihre Rechte, sondern auch ihre Kindheit. Wenn ein Mädchen vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet wird, steigt das Risiko, dass sie die Schule abbricht, sehr früh schwanger wird, an den Folgen der Geburt stirbt oder ein Leben in Armut verbringt“, kritisiert Hussaini Abdu, Länderdirektor von Plan International Nigeria.

Der große Altersunterschied, wie er in diesem Fall vorliegt, verstärke zudem das extreme Machtgefälle zwischen Braut und Bräutigam. Hussaini Abdu: „Mädchen in Nigeria werden ohnehin als Menschen zweiter Klasse behandelt. Durch solche Zwangsehen sind sie zudem einem hohen Risiko ausgesetzt, Opfer von häuslicher und sexueller Gewalt zu werden.“

In Nigeria gibt es kein Mindestalter für Eheschließungen, weshalb Kinderheirat dort nach wie vor sehr verbreitet ist. 43 Prozent der Mädchen werden vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Mehr als die Hälfte der verheirateten 15- bis 19-jährigen Mädchen in Nigeria ist mit Männern verheiratet, die mindestens zehn Jahre älter sind. Hussaini Abdu: „Das ist eine grobe Verletzung ihrer Rechte und absolut inakzeptabel. Die Regierung von Nigeria muss sich mehr dafür einsetzen, diese Praktik zu beenden und die Mädchen zu schützen, damit sie ein freies Leben führen können.“

Erst kürzlich geriet Facebook in die Schlagzeilen, weil ein Vater im Südsudan seine 17-jährige Tochter über das soziale Netzwerk als Braut versteigert hatte. Das Mädchen wurde für 500 Kühe, drei Autos und 10.000 US-Dollar an einen südsudanesischen Geschäftsmann verkauft.

Plan International ist seit November 2014 in Nigeria tätig und führt im Rahmen seines Tschadsee-Programms länderübergreifende Projekte in Nigeria, Niger und Kamerun durch. Im Fokus stehen neben Kindern und Jugendlichen vor allem von Gewalt betroffene Mädchen und junge Frauen. Sie erhalten unter anderem psychosoziale Betreuung sowie Unterstützung durch berufsbildende und Einkommen schaffende Maßnahmen.

6 KOMMENTARE

  1. Was passiert eigentlich mit den Mädchen, wenn der Tattergreis verstirbt… Erben die wenigstens oder sitzen die danach auf der Strasse?

    • Erbanasprúche einer Frau sind durch den Koran festgeschrieben,

      Und dort wird die Frau deutlich benachteiligt.

      WIKI
      „Allgemein gilt zudem, dass Erben der gleichen Stufe beispielsweise
      leiblicher Sohn und leibliche Tochter im Verhältnis von 2 zu 1 erben,
      der männliche Erbe erbt das Doppelte des weiblichen.“

      Besonders bitter wirkt sich dieser Meschanismus für Frauen aus Vielehen aus.

  2. Das ist das, was in Europa bald gesetzlich erlaubt wird. Dieser Islam ist grausam brutal und unmenschlich. Unsere Regierung denkt ernstlich darüber nach, in einigen Fällen nachzugeben und es ebenfalls zu erlauben. Dieser alte Knabe konnte sicher die Hochzeitsnacht, an dem die Vergewaltigung statt fand, nicht erwarten. Oder die 15-jährige wußte was ihr blühte und ließ es über sich ergehen. Was für eine armselige Vorstellung. Die Krone der Schöpfung, eine gealterte Ruine, Verzeihung, erwärmt sich an einem noch nicht zur vollen Reife erblühten Mädchenkörper.

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