#Meetoo: Linux-Nutzer fordert Millionen von Software-Giganten wegen Diskriminierung

Die Klage eines Linux-Bloggers könnte sich zu einem Präzedenzfall entwickeln. Hachtmucht D. hatte seinen Anwalt beauftragt, sämtliche Softwarehersteller abzumahnen, die keine Linuxvariante ihrer Programme anbieten. Darunter befinden sich Unternehmen wie Microsoft, Apple und auch namhafte Spielehersteller, ebenso Adobe, das mehrere teure Profiprogramme zur Bild- und Videobearbeitung anbietet.  Die Begründung lautete auf “Diskriminierung”. In allen Fällen weigerten sich die Unternehmen zu zahlen.

Nun hat der Anwalt eine Klage vorbereitet und fordert insgesamt mehr als 3,5 Millionen US-Dollar Schadenersatz für seinen Mandanten, der sich in seiner Würde verletzt sieht. So hatte einer der Hersteller freundlich auf die Beschwerden des Linux-Bloggers geantwortet und sogar Verständnis für seine Verärgerung geäußert. Auch wurden ihm im Rahmen von Rabattaktionen mehrfach verbilligte Lizenzen angeboten. Aber Hachtmucht D. war entsetzt: “Ich habe Informatik studiert und lehne die Betriebssysteme von Apple und Microsoft aus Sicherheitsbedenken und Gewissensgründen ab. Und deshalb werden Leute wie ich ausgegrenzt”, so D. gegenüber der Redaktion.

Der Anwalt erklärte, es könne nicht angehen, dass überzeugte Linux-Anhänger auf diese Weise diskriminiert würden. Die Hersteller würden wirtschaftliche Gründe vorschieben, warum sie keine Linux-Versionen ihrer Software auf den Markt bringen. “Aber damit dürfen sie nicht durchkommen. Das ist so, als wenn man in ein Geschäft geht und dort nicht bedient wird, weil man einer Minderheit angehört.”

D. hatte sich zeitweise sogar in psychiatrische Behandlung begeben müssen. “Die haben mir Windows als sicheres Betriebssystem empfohlen. Im Support hatte einer der Call-Center-Mitarbeiter gesagt, ich solle mich nicht so anstellen. Das ist doch unglaublich.” Erst nach Wochen sei D. wieder entlassen worden und musste noch monatelang Medikamente nehmen. Auch dafür verlangt er Genugtuung. “Wir bauen Extra-Toiletten für Transgender, die von Steuergeldern bezahlt werden, aber wenn es um handfeste Software geht, dann schaut der Gesetzgeber weg”, so der Jurist, der mit der Klage durch alle Instanzen schreiten will.