„Meine Organe gehören mir“: Ein Buch zu Eigentum an Körperteilen

„Es geht um das Eigentum an mir selbst, an meinem Körper. Und es geht dabei um eine völlig neue Form der‘ Sozialpflichtigkeit‘. Scharf formuliert: der berühmte Eigentumsartikel des Grundgesetzes könnte bei der nächsten Verfassungsreform folgendermaßen erweitert werden: Eigentum und Erbrecht werden gewährleistet. In den Körper des Menschen kann eingegriffen werden, wenn es dem Wohle der Allgemeinheit dient. Das nähere bestimmen die Gesetze.“ Carsten Roth

Mit seinem Vorschlag, im System der Organspende einen grundsätzlichen Wechsel vom Erfordernis der ausdrücklichen freiwilligen Zustimmung hin zur grundsätzlichen Zulässigkeit vorbehaltlich ausdrücklichen Widerspruchs vorzunehmen, hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine hitzige Debatte angestoßen. Die Debatte rührt auf, weil sie ethische Grundfragen zum Lebensende und zur Selbstbestimmung berührt.

Wer darf über den menschlichen Körper bestimmten und wem „gehört“ er womöglich sogar – vor der Geburt, während der Lebensdauer und nach dem Tod?

Die Deutsche Stiftung Eigentum hat bereits im Jahr 2008 zu den Grundfragen nach der Selbstbestimmung über den und den Eigentumsverhältnissen am eigenen Körper mit dem Autor Carsten Roth in der Bibliothek des Eigentums einen Band „Eigentum an Körperteilen – Rechtsfragen der Kommerzialisierung des menschlichen Körpers“ herausgebracht. Carsten Roth zeichnet darin ein komplexes Bild der rechtlichen Vorstellung vom menschlichen Körper in seinen zeitlichen Erscheinungsformen des Entstehens, Seins und Sterbens.

Untersucht werden die Befugnisse des Menschen, über den eigenen Körper und Teile davon rechtlich selbst zu bestimmen und zu verfügen. Dabei geht es um klassische Fragen des Organhandels nach den Vorschriften des Transplantationsgesetzes, aber auch um Probleme der Fortpflanzungsmedizin (Eigentum an Eiern, Sperma oder Embryonen) sowie des Umgangs mit Leichen (Eigentum an Plastinaten oder Asche).

Auch wenn Fragen nach dem ethisch gebotenen Umgang mit den Organen Verstorbener nur gestreift werden, unterstützt der Band das Verständnis der Vorstellung vom Körper in seiner Eigenschaft als Sache und trägt zur laufenden Debatte bei.

Bezug über den Buchhandel unter der ISBN-10 3540888217 oder ISBN-13 978-3540888215 zum Preis von 84,99 Euro

3 Kommentare

  1. Ich werde das schriftlich ablehnen, was erlauben diese kriminellen dummen Politiker. Das Volk soll sich erheben, bei so viel Ungemach.

  2. Jeder darf und soll SEINE Meinung haben, so weit, so gut.

    ABER ich frage ALLE, wirklich JEDEN EINZELNEN (!), von all denen, die hier eine große Klappe haben, wegen ihrem EIGENTUM : Vertreten SIE DIESE „Meinung“ auch dann noch, WENN SIE persönlich, oder ihre Tochter / Sohn vielleicht schon morgen (z.B. infolge eines Unfalls) in die Situation geraten/gerät, ein Organ zu benötigen, um weiterleben zu DÜRFEN ??

    WER bitte soll dann das – dringendst benötigte – lebensrettende Organ liefern, zu dessen Lieferung SIE SELBST nicht bereit sind ?

    Wollen SIE (?) sich wirklich VERWEIGERN, während SIE – bei BEDARF – dann ihrerseits GERNE auf die Organe DRITTER zurückgreifen wollen? DAS ist – wahrhaftig – schamlos !

    DENKEN SIE bitte ALLE gründlich DARÜBER nach, und dann „bilden Sie ihre Meinung“ noch einmal FRISCH !!

    Ich nehme keinem einzigen der VERWEIGERER ab, dass er, wenn er SELBST in diese furchtbare Situation gerät, es ablehnt, das verfügbare Organ eines anderen MIT-Menschen zu beanspruchen, um damit das eigene Leben (um welches ALLE dann WINSELN werden) zu retten.

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