Mordfall Peggy: Betreuerin Gudrun Rödel widerspricht der aktuellen Sensations – Berichterstattung

foto: privat

Wieder ist es der BILD-Reporter Jörg Völkerling der am heutigen Sonntag einen Sensationsartikel zu den neuen Ermittlungsergebnissen im Mordfall Peggy bringt und den Tatverdacht auf Manuel S. lenkt.

Unseren Informationen nach hat sich aber seit der letzten Veröffentlichung der Staatsanwaltschaft Bayreuth vom 13. September noch kein Hinweis finden lassen, der einen Haftbefehl gegen den neuen Tatverdächtigen rechtfertigen könnte.

Zuvor hatte sich bereits die Betreuerin von Ulvi K. zu Wort gemeldet und die Berichterstattung auf das Schärfste kritisiert.

P r e s s e e r k l ä r u n g

Für meinen Betreuten und dessen Familie ist es unerträglich und nicht hinnehmbar, wie die Herren Völkerling (BILD) und Lapp (Nordbayerischer Kurier sowie Frankenpost) – trotz eines eindeutigen Freispruchs in einem Wiederaufnahmeverfahren – in ihrer Berichterstattung immer wieder versuchen, meinen Betreuten in die Schiene eines möglichen Täters zu stellen.

Den Umstand der geistigen Behinderung meines Betreuten, seinen besonderen Schutz in der Öffentlichkeit und die über 40 Vernehmungen bei den damaligen Ermittlungen – viele Male ohne jeglichen Rechtsbeistand – der Druck auf Aussagen (wie man sie hören wollte) mit Hilfe von Täuschung wird völlig außer Betracht gelassen, ebenso die Tatsache, dass es einfache Bürger waren, die bereits schon damals an die Unschuld meines Betreuten glaubten, die Fehler und Methoden der Justiz zu Tage brachten und letztendlich den Freispruch erwirkten.

Die Konsequenzen daraus wurden leider nicht gezogen; ein Antrag der Oppositionsparteien im Bayerischen Landtag auf einen Untersuchungsausschuss wurde von der CSU abgelehnt.

Die Feststellung, mein Betreuter sei mit dem jetzigen Verdächtigen befreundet gewesen seit Kindertagen und habe mit ihm immer wieder etwas unternommen, entspricht keinesfalls den Tatsachen!

Sie kannten sich beide wie viele andere in Lichtenberg; der Freund, mit dem Ulvi viel unternommen hatte und den er letztendlich in seinem Geständnis beschuldigte, die Leiche verschafft zu haben (weil man eben vieles gemeinsam schon unternommen hatte!), war ein ganz anderer, keinesfalls der jetzt Verdächtige.

Dem jetzigen Verdächtigen wurde damals auf Grund der Aussage von Ulvi tatsächlich übel mitgespielt; Ulvi tut es leid und er entschuldigt sich hierdurch noch einmal.

Das Verfahren wurde damals eingestellt nach der Feststellung, dass die Aussage von Ulvi nicht der Wahrheit entsprach. Es wurde nichts, aber auch gar nichts gefunden, womit der heute Verdächtige in Zusammenhang mit Peggy zu bringen gewesen wäre.

Ihn jetzt wieder in so eine Situation zu bringen und auf Grund anonymer Hinweise möglicherweise seine aufgebaute Existenz zu vernichten, ist aus meiner Sicht sehr verwerflich.

Währenddessen bleiben „bestimmte Personen“ bis heute trotz ihrer nachweisbaren Falschaussagen, die letztendlich zur Verurteilung meines Betreuten führten, unantastbar. Sichtlich empört ist Ulvis Mutter über die Bemerkung im Bericht von Lapp, sie sei erfreut über die momentane Entwicklung; mit diesem „Herrn“ Journalisten, der „rein zufällig“ bei ihnen vorbeigekommen sei, habe sie kein Wort gesprochen!

Erdrückend – besonders für all die Lichtenberger, die das Mädchen noch bis abends gesehen hatten – immer wieder die Berichterstattung, Peggy sei auf dem Heimweg von der Schule nicht nach Hause gekommen – das ist eine infame Lüge!

Der bekannte Profiler Petermann erklärte in einem Interview der Frankenpost vor einiger Zeit, dass er in dem Fall komplett bei 0 beginnen würde und vor allem auch eine erneute Überprüfung des familiären Umfeldes von Peggy vorschlage!

Gudrun Rödel – gerichtlich bestellte Betreuerin –

Münchberg, am 14. September 2018


Quelle: Behoerdenstress