Uncool ist das neue cool!

Kennen Sie noch diese alte Werbung? Die cleveren Spots sorgten vor mehr als einem Jahrzehnt für Schmunzeln. Damals hatten die Bausparkassen richtig erkannt, dass durch den schnelllebigen Zeitgeist immer mehr Menschen kein Interesse an Vermögensaufbau und zukunfgerichteter Lebensplanung hatten. Wer baut ein Häusle, wenn er im Schnitt alle sechs bis sieben Jahre den Lebensabschnittpartner wechselt und Kindererziehung als Belastung empfindet und deshalb ganz darauf verzichtet?


Nur scheinbar knüpften die Kampagnen an längst überholt geglaubte Rollenbilder an, Werbung ist immer in die Zukunft gerichtet, ganz gleich welches auch noch so traditionelle Produkt angepriesen wird. Und darum ist intelligente Werbung ihrer Zeit und dem Zeitgeist stets voraus, was nicht bedeuten muss, dass die darin enthaltene Vision für die kommenden Tage auch eintreffen wird. Es geht darum, Bedürfnisse zu wecken und potentielle Kunden an Marken zu binden.

Es gab immer schon und gibt immer noch bessere Strategien zum Vermögensaufbau als Bausparverträge, aber das soll hier nicht das Thema sein. Sorgten die Spots auch außerhalb der Zielgruppe für Furore, hat sich doch die Spaßgesellschaft von damals verändert. Heute ist sie radikalisiert, schreit nach Multikulti, zündet „Nazikarren“ an, betrachtet die Familie als Feindbild, will Vermögen besteuert wissen und dürfte wohl auch ganz normale Kleinsparer schon unter Faschismusverdacht stellen. Doch auf der anderen Seite wächst beständig die Zahl derer, die sich auf Werte besinnen, Familie als Keimzelle der Gesellschaft betrachten und die „Errungenschaften“ der 68er infrage stellen. Bei dem Aufstieg der europäischen Rechten geht es nur vordergründig um die Migrationswelle. Viele junge Leute sehen zu Recht ihre Zukunft bedroht, wenn die Entwicklung so weiter geht. Weil das Leben an sich ständiger Wandel ist, braucht es darin Beständigkeit, denn nur zwischen diesen beiden Polen ist eine Existenz erst möglich. Die Propaganda von der Beliebigkeit der Geschlechter, der Austauschbarkeit, der totalitären Gleichheit hat Früchte getragen und die Gesellschaft gespalten – nicht nur in Deutschland, sondern in allen westeuropäischen Ländern einschließlich den USA und Israel.

Die Linke hat alle Tabus gebrochen, jede Perversität zur Kunstform erhoben, dass es nichts mehr für die junge Generation gibt, womit die Eltern noch geschockt werden könnten – außer sich zurück auf die Wurzeln zu besinnen, von denen man  sie für immer abschneiden wollte. Die grüne Veganermutti kann man nur mit einem AfD-Aufkleber zur Verzweiflung bringen, nicht aber mit dem neuen Irokesenhaarschnittfreund oder dem heimlich gestochenen Arschgeweih.

Funktionale Gesellschaften zeichnen sich dadurch aus, dass es die in westlichen Kulturen so gehypte Rebellion der Jugend gar nicht in dem Ausmaß gibt, wie es Ideologen und die Geschäftemacher der Popkultur gerne hätten. Geschlechter- und Generationenkampf zeigen an, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Das war schon lange vor der „Migrationskrise“ und dem Aufstieg der Rechten so und wurde durch jahrzehntelange Propaganda gekonnt verdeckt. Nun haben die Spießer- und Nazikeulen ihre Wirksamkeit verloren, da die Folgen der Langzeitstrategie sichtbar geworden sind. Infrastruktur zerfällt, Großbauprojekte legen ganze Regionen lahm und reißen riesige Löcher in die Kassen der öffentlichen Haushalte, trotz hoher Armut, Arbeits- und Wohnungslosigkeit werden immer mehr Transfergeldempfänger ins Land geholt, die dazu noch gewisse kulturell bedingte Problematiken in die Gesellschaft hineintragen.

In solchen Zeiten der allumfassenden Auflösung ist die Besinnung auf wirkliche Werte oder die Suche danach kein revolutionärer Akt, kein pubertäres Aufbegehren, schon gar nicht „reaktionär“, sondern eine logische Konsequenz und ein Gebot der Vernunft. Uncool ist eben das neue cool, es haben nur noch nicht alle gemerkt.