Wer in den USA stirbt, wird automatisch Amerikaner

Wer in den USA stirbt, wird AmerikanerWaschen & Schminken: Der amtierende Präsident der USA ist immer wieder für eine Überraschung gut. Heute geht es darum, wie man Amerikaner wird. Er schmeißt den Laden bislang ziemlich unkonventionell und nicht selten auch zum blanken Entsetzen derer, die meinten, in den USA gäbe es irgendetwas worauf man sich verlassen könne. Natürlich gibt es sowas. Das ist Donald Trump selbst, mit seiner Unbeständigkeit, die man durchaus unter der Rubrik „Kreativität“ buchen darf. Auf die kann sich inzwischen die ganze Welt verlassen.

Donald ist als waschechter Business-Man stets auf den „guten Deal“ aus. Arme Schlucker lässt man besser gleich vor der Türe stehen, denn die Chance, dass die außer Unannehmlichkeiten noch etwas anderes bringen, erachtet er, anders als unser Martin Schulz mit seinen „Goldstücken“, als äußerst gering. Trump ist im Gegensatz zum „Maddin“ durchaus Realist und nicht nur ein abgebrochener Theorie-Kacker. Wie dem auch sei, Trump hat für sich und die USA nunmehr einen Bedarf erkannt, dass alles mit dem Leben und Sterben in den USA einmal grundlegend neu zu regeln.

Nur ein toter Amerikaner ist ein guter Amerikaner

Wer in den USA stirbt, wird AmerikanerDie geschichtlichen Anleihen liegen doch auf der Hand. Noch immer gilt insgeheim die Weisheit: „Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer“. Das wurde schon in früheren Zeiten rigoros umgesetzt, mit dem Ergebnis, dass den USA inzwischen die Indianer gänzlich ausgegangen sind. Aber deren Land ist ihnen, Manitu sei Dank, nicht weggelaufen. Daraus kann man lernen. Wenn man Moral, Ethik und Blutspuren jetzt konsequent ein wenig beiseite räumt, was für amerikanische Verhältnisse keinerlei Problem darstellt, kann man unbedarft sagen, dass war ein „guter Deal“. Naja, wenn die Indianer also weg sind, muss man sich jetzt an die Amerikaner heranmachen, sofern man wieder auf „gute Deals“ aus ist.

Als ersten Ansatz für mehr Wohlstand, möchte Trump allerdings die Amerikaner dadurch dezimieren, dass nicht gleich jeder Amerikaner ist, der dort das Licht der Welt erblickt. Die kommen im zu teuer, schießen ihm die Windeln voll und bringen einfach nix. Das ist inzwischen offiziell: Trump will gegen die «Anker-Babys» von papierlosen Zuwanderern vorgehen[NZZ]. Ob er damit durchkommt, oder ob er an einem der Verfassungszusätze hängen bleibt, dass wird sich zeigen. Aber seine Intentionen liegen glasklar auf der Hand.

Prinzipumkehr: Sterbende sollten automatisch Amerikaner werden

So herum ist es in jedem Fall profitabler. Nicht wer dort das Licht der Welt erblickt, nein, wem es dort ausgeknipst wird oder auch von alleine ausgeht, dem sollte die Staatsbürgerschaft beim letzten Atemzug zuteil werden. Das sollte der neue Maßstab Deal werden. Ein großes Loch, einen Sarg, ein paar Schaufeln Erde oben drauf, nebst einem salbungsvollen Spruch, wenn der frisch gebackene Ami verbuddelt wird, sollte schon noch drin sein. Schließlich ist der Erblasser ja jetzt Amerikaner und hoffentlich ohne Erben, sodass der Staat dann diesen Part übernehmen kann. Zehrende, ausländische Erben kann man auch per Gesetz ausschließen. Von dieser Sorte Amerikaner könnten die USA jetzt massenweise welche gebrauchen … für den „guten Deal“ eben.

Mal sehen, wann Trump diesen Teil der Betrachtung offiziell nachlegt. Spätestens wenn ihm einer qpress.de mal korrekt übersetzt, wird es bei ihm bestimmt mächtig klingeling machen. Die Vorteile einer solchen Regelung sind im Vergleich zu unprofitablen Neugeborenen in keiner Weise von der Hand zu weisen. Hier handelt es sich um eine unilaterale Win-Win-Situation, die Trump als fürsorglicher Präsident aller Amerikaner mit nationalem Impetus nicht ohne Dekret lassen sollte. Also dann: USA sehen und sterben. Mal sehen wie lange es jetzt noch dauert, bis erste Sterbevisa oder „Death-Cards“ ausgestellt werden.


von Qpress