Wiedersehen in den Masuren? Wandern bald auch „echte“ Deutsche aus?

Das Phänomen Auswanderung zählt zu den Tabu-Themen der heutigen Merkel-Ära. Laut Welt emigrierten in letzten 10 Jahren bis zur Großen Flüchtlingskrise in 2015, etwa 1,5 Millionen „deutsche Staatsbürger“ ins Ausland. Die Zahl irritiert. Denn dabei werden auch heimkehrende Doppelstaatler und Personen, die noch einen Wohnsitz in Deutschland haben (Spätaussiedler Russlanddeutsche oder Türken) mit gerechnet. Dr. Viktor Heese (66), der sich als Spätaussiedler aus Ostpreußen in der Materie gut auskennt, fragt nach, ob angesichts steigender Flüchtlingskriminalität im Inland bald auch „echte Deutsche ohne Migrationshintergrund“ emigrieren werden.

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Msuren / Foto by MacTimminger

Rentnerarmut auf dem Vormarsch – erschreckende Fakten

In Deutschland macht das Thema drohende Rentnerarmut die Runde, auch wenn es viele reiche Rentner gibt. Laut einer Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes (zeit) lag bei deutschen Rentnern die Armutsquote 2015 bei 16% oder bei 3,4 Millionen – Tendenz steigend. Die monatliche Armutsuntergrenze von 917 € netto, die bei 60% des mittleren Einkommens liegt, wird für Single von der 848 € betragenden Durchschnittsrente nicht erreicht. Werden alle Renten hinzugerechnet, steigt die Summe auf gerade 949 €. Damit lässt sich hierzulande schlecht leben, besonders wenn der magere Durchschnitt nicht erreicht wird. Schon im nahen EU-Ausland kommt man aber damit gut aus.

Das Potential der Auswanderungswilligen wird nicht nur bei Rentnern ansteigen

Abgesehen von gesellschaftlich-nationalen Restriktionen und der begrenzter Zahl von Aufnahmeländern, wird selbst bei steigender Unruhegefahr hierzulande für die meisten Teutonen eine Emigration wegen der ökonomischen Gründe nicht in Frage kommen. Nur wenigen Top-Ärzten oder Wissenschaftlern ist es gegönnt in die gelobten USA auszuwandern. Das sind die berühmten Ausnahmen.

Die durchschnittlichen deutschen Michels, Leistungsträger und Steuerzahler sitzen dagegen in der Falle. Sie verteidigen ihre Ausweglosigkeit mit der Behauptung, sie hätten zu viel ökonomisch zu „verlieren“ (Haus, Job, soziale und medizinische Absicherung). Wenngleich dies generell ebenfalls für die Rentner gilt, so hat doch diese Gruppe diesbezüglich weniger Barrieren (kein Job, erwachsene Kinder) zu überwinden. Zudem würden sich die Ärmsten nur zu gerne die erniedrigenden Bittgänge zu den Sozialämtern ersparen. Auch dieser Punkt spricht für eine steigende Auswanderungsbereitschaft.

Über dieses Thema spricht in offiziellen Kreisen in Deutschland niemand gerne. Talkshows von Anne Will & Co. haben es nicht auf der Agenda. Das kann sich aber ändern, wenn nur 1/10 der Armutsrentner und eine spürbare Zahl von Fachkräften und kapitalstarken Selbständigen – gemeint sind nicht die TV-Exoten von „Goodbye Deutschland“ – Deutschland verließen. Steigt die Jahreszahl der Auswanderer auf z.B. 200 Tausend, bemerken das auch die Politik und die Systemmedien.

Ändern würde das in dem Land „in dem wir gerne leben“ (CDU-Wahlspot) wohl nicht viel. Das System könnte in der Emigration sogar Vorteile sehen, wie frei werdende Wohnungen für Flüchtlinge, Entlastung der Verwaltung und der Sozialkassen, Abnahme des lästigen Protestpotentials in der täglichen Politikkritik. Hohe Kaufkraftverluste und negative Konjunktureffekte für die Volkswirtschaft würden sich bei einer Abwanderung der Armen kaum einstellen. Lauter Vorteile für die Herrschaftseliten? Wohl nur auf den ersten Blick. Denn es käme ein weiterer Kritikpunkt am System hinzu. „Steter Tropfen…..“

Auswanderer sind keine „Verräter“, sie würden den Systemwandel in der alten Heimat fördern

Alles einfach hinter sich lassen und Deutschland den Rücken kehren? Wäre eine solche egoistische Flucht nicht ein plumper „Verrat“ an den daheim gebliebenen Leistungsträgern, die in der Falle sitzen? – könnten viele fragen. Dazu ein klares Nein des Autors. Denn bereits einfache Kosten-Nutzenanalysen aus dem individuellen Blickwinkel des Auswanderer und der „verlassenen“ Heimatlandes – nicht aus der Sicht des Establishments – besagen das Gegenteil.

Wenn die Lebenshaltungskosten in Ungarn oder in Polen und die Mieten um 50% niedriger sind, wird der vom Stress befreite deutsche Rentner sicherlich gesünder – und das nicht nur im warmen Thailand – leben, auch wenn ihn Heimweh plagt. In einer moslemfreien Umgebung ist es auf jeden Fall  sicherer. In der Zeit des Internets und Kabelfernsehen wird der Begriff „Fremde“ ohnehin relativiert. Der aktive Senior kann auch aus der Ferne jede erdenkliche Aktion gegen das System virtuell unterstützen, Teilnahme an Wahlen und der Gründung einer Rentnerpartei inklusive. Ideen und Engagement werden allerdings gefragt. Er wird zuhaue nur dann unbedingt gebraucht, wenn er die Reihen der Grossdemonstrationen füllen sollte. Diese Unmutsäußerungen gibt es Deutschland aber schon l

age nicht mehr..

Auch die gut situierten Senioren kämen heute gut weg. Verkaufen sie ihre Immobilie auf dem Höhepunkt der flüchtlingsinduzierten Immobilienblase, reicht das Geld nicht nur für ein neues Heim in „der Fremde“ sondern auch für die Unterstützung der Daheimgebliebenen. Etwas schwerer werden es nur diejenigen (wenigen) haben, die eine Existenz aufbauen wollen.

Am ungarischen Plattensee bereits Realität, in den Masuren bald eine Kopie

Das nahe, billige und kulturell verwandte Osteuropa ist bei deutschen Rentnern im Kommen, nachdem auch die Südländer unsicher werden. Ein Gründungswunder ist am ungarischen Plattensee in der Kolonie von 30.000 Deutschen und Österreichern bereits Realität, die hier durch Leistung und Kapital einen kleinen autonomen Wirtschaftskreislauf ins Leben gerufen haben Der reicht für eine Selbstversorgung aus. In Paraguay habe ich in der Provinz Chaco auch nicht gerade größere deutsche Mini-Kolonien gesehen, die seit hundert Jahren bestehen und ihre kulturelle Identität bewahrt haben. Inwiefern die Zugezogenen am Plattensee auf Dauer bleiben wollen (werden) oder sich nur in „Lauerstellung“ unweit Deutschlands aufhalten, bleibt offen.

Ich kann mir aber gut vorstellen, dass das ungarische Beispiel in meiner alten Heimat, den Masuren, Nachahmer findet, ohne hierbei in den Verdacht zu geraten, für irgendwelcher Immobilienmakler Werbung machen zu wollen. Für alle EU-Bürger gilt im liberalen Polen die Niederlassungsfreiheit. Im Vergleich zu Ungarn und Schlesien, wo eine deutsche Minderheit von etwa 200.000 lebt, sehe ich derzeit bei der Wahl von Masuren sowohl kleine Nach-, als auch Vorteile.

Einerseits schürt der sich in Osteuropa massiv einmischende Merkelismus neue Ressentiments der Polen gegenüber den Deutschen. Wer die Landessprache nicht versteht, fällt in Polen schnell auf. Auch müssten sich die Neuankömmlinge erst organisieren und zusammenhalten, was unter unseren lieben Landsleuten keinesfalls Selbstverständlichkeit ist. Es geht dennoch, wenn Not da ist. Ich habe mit Erstaunen aufmunternde Reportagen über gut frequentierte Stammtische minderbemittelter Ostdeutscher gesehen, die sich in Bulgarien am Schwarzen Meer niederlassen.

Andererseits ist das dicht bewaldete Ostpreußen mit seinen tausend Seen, der nahen Ostsee und dem Baltikum wohl reizvoller als das – ebenfalls- schöne Ungarn. Hier kann vieles aus dem Stand mit Hilfe der sprach- und ortskundigen Masuren-Rückkehrer „mit Migrationshintergrund“ in die Wege geleitet werden. Leistung wird wie eh und je gefragt. Auch der Autor steht Informationsbedürftigen gerne zur Verfügung (Tel. – Nummer siehe Webseite) und wird seine zeitgemäßen Aktivitäten auf diesem Gebiet ausbauen.

Noch ein Tipp für die Mutigen. Sinnvoller ist es, wenn der deutsche Wohnsitz nicht aufgegeben wird. Das kann Rentenabzüge und im Notfall einen Ausschluss/Einschränkungen von/bei der bundesdeutschen medizinischen Versorgung mit sich bringen.

Dr. Viktor Heese – Fachbuchautor und Referent www.börse-für-anfänger.de

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